
Allergischer Schnupfen („Allergische Rhinitis“)
Allgemeines
Allergie – was ist das eigentlich? Unter einer Allergie versteht man eine krankhafte Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf eigentlich harmlose Substanzen aus der Umwelt. Das Immunsystem, dessen Aufgabe die Bekämpfung von Krankheitserregern ist, löst einen „Fehlalarm“ aus, weil es diese Stoffe als „feindliche Eindringlinge“ einstuft.[4]
Die Auslöser von Allergien werden „Allergene“ genannt. Die unterschiedlichsten Stoffe können als Allergen wirken: z. B. Pollen, Milben, Tierhaare, Arzneimittel, Insektengift und Bestandteile aus Lebensmitteln. Dabei wird zwischen den verschiedenen Aufnahmemöglichkeiten in den Körper unterschieden. Pollenallergene werden eingeatmet, Lebensmittelallergene gelangen über den Verdauungstrakt in den Körper, Bienen- oder Wespengift erreicht durch den Insektenstich direkt den Blutkreislauf.
Bis es zu den sichtbaren Allergie-Symptomen kommt, muss aber zunächst die Sensibilisierungsphase durchlaufen werden. In dieser Phase wird ein Stoff aus der Umwelt (z. B. die Birkenpolle) als „Feind“ eingestuft und im Gedächtnis des Immunsystems gespeichert. Erst wenn es zu einem erneuten Kontakt mit dieser Substanz kommt, wird eine Reaktion in Gang gesetzt, die zu den allergischen Beschwerden führt.
Bei der Auslösung der Beschwerden spielen die Mastzellen und der Botenstoff Histamin eine wichtige Rolle. Mastzellen sind im menschlichen Körper besonders häufig an den Grenzflächen zur Umwelt, also in der Haut und den Schleimhäuten anzutreffen. Sie sind die Schlüsselzellen bei der Auslösung allergischer Prozesse. In den Mastzellen wird das Histamin gespeichert. Histamin ist ein Botenstoff, der natürlicherweise im menschlichen Körper vorkommt. Dieser erfüllt beim Gesunden zahlreiche wichtige Funktionen, ist allerdings auch als Auslöser allergischer Beschwerden zu sehen.[5]
Damit das Histamin seine Wirkungen ausüben kann, muss es aus der Mastzelle freigesetzt werden. Dies geschieht beim Allergiker, wenn er mit „seinem“ Allergen in Kontakt kommt: Die Mastzellen setzen Histamin ins Gewebe frei, welches dort an bestimmte Rezeptoren gebunden wird, die dann die Auslösung der Beschwerden vermitteln. Bei der allergischen Rhinitis kommt es so zu Juckreiz, Niesanfällen, geröteten und tränenden Augen und der laufenden Nase.